Wir erreichten Chalkidiki per Air
Berlin ab Dortmund, Zielflughafen Thessaloniki.
Da wir den ersten Flug morgens nahmen,
verlief das Check-In und der Abflug sehr pünktlich. So erreichten
wir schon kurz nach 9.00 Uhr griechischer Zeit (+ 1 Stunde)
Thessaloniki, das salopp auch als Saloniki bezeichnet wird.
Uns ist sowieso aufgefallen, dass viele
Orte mehrere Bezeichnungen haben und auch in verschiedenen
Schreibweisen auftauchen.
Nachdem wir unsere Koffer vom Laufband
genommen hatten, wurden wir gleich von den Mitarbeitern des
Reiseunternehmens empfangen und den entsprechenden Bussen zugewiesen,
die uns zu den Hotels bringen sollten.
Wir nutzten die Wartezeit auf einer
Bank vor dem Flughafengebäude und betrachteten die ankommenden und
abreisenden Touristen. Der Flughafen von Thessaloniki ist recht klein
und einfach, ohne Komfort und ohne viele Sitzgelegenheiten. Aber wir
hatten Urlaub und das war die Hauptsache.
Nachdem alle Gäste die Busse bestiegen
hatten, erhielten wir eine kurze Einweisung, wie es weitergeht und
schon starteten wir in Richtung unserer Urlaubsorte.
Da wir die einzigen Gäste waren, die
nach Pefkochori gebracht werden sollten, verlud man uns auf halber
Strecke in ein Taxi und schon flogen wir mehr oder weniger über die
Landstraße (wir hatten Angst, diese Fahrt nicht zu überleben, denn
der Fahrer hatte wirklich ein halsbrecherisches Tempo aufgelegt,
wollte uns wohl zeigen, was sein Mercedes so hergibt) zu unserem
Hotel.
Dort dann doch wider Erwarten gut
angekommen, waren wir schon von dem Äußeren des Hotels sehr
angetan. Die Anlage des Hotels Atrium machte einen sehr gepflegten
Eindruck. Sie setzt sich aus mehreren Gebäuden mit max. 3
Stockwerken (die Treppen muss man allerdings schaffen, auch mit
Koffer, denn es gibt keinen Aufzug) zusammen. Die Treppenaufgänge
waren wendelförmig und obendrauf mit einem Turm versehen, was die
Architektur sehr auflockert.
Unser Zimmer war zu so früher Stunde
natürlich noch nicht fertig, doch wir brauchten nicht einmal eine
halbe Stunde zu warten, bis wir einziehen konnten. Schöne Lage im
dritten Stock mit Blick auf das Meer, Sonne am späten Nachmittag auf
dem großen Balkon. Koffer muss man leider tragen - hier hilft auch
trotz 4-Sterne-Hotels kein Angestellter.
Das Zimmer etwas klein, die Schubladen
des Kleiderschrankes ließen sich z.T. nicht ganz aufziehen und die
Balkontüren sich nicht ganz öffnen, aber ansonsten sauber und
gepflegt.
Die Anlage bot viel zur Unterhaltung:
Beach-Ball-Platz, Spielplatz, großer sauberer Pool, Poolbar (auch
für den Aufenthalt am Abend - Sat-TV dort), Tischtennis, Billard.
Leider haben die Griechen jedoch kein Gefühl für Lautstärke und
Harmonie. So brüllten abends gleichzeitig die Lautsprecher die
aktuellen Songs, während daneben der Fernseher so laut angestellt
war, dass man nur noch flüchten konnte.
Nachdem wir die Koffer ausgepackt
hatten, machten wir uns erst einmal auf eine Erkundungstour in den
Ort.
Ein steiler, kurvenreicher Weg führt
hinunter in den alten Dorfkern, in dem auch Griechen leben, in dem es
besonders an den Wochenenden etwas lebhafter wird, weil viele
Griechen auch hier ihre freie Zeit verbringen. Für uns war dieser
Weg immer ein schöner Spaziergang, sowohl hoch als auch runter, man
muss allerdings ein wenig auf die Autos achten, die die Fußgänger
erst ziemlich spät sehen können aufgrund der Kurven. Möchte man
diesen Weg meiden, fährt aber auch mehrmals täglich ein Shuttle-Bus
in den Ort und zurück. Außerdem gibt es noch einen kleinen Weg, der
direkt neben dem Hotel entlangführt, der allerdings vor einem Zaun
endet, sofern man nicht über ein Baugrundstück wieder zurück auf
die Straße geht.
Vom Ortskern Pefkochori waren wir sehr
angenehm überrascht. Alles nur Häuser in niedriger Bauweise,
schöne, gepflegte Häuser mit viel mediterraner Vegetation. Ein
Fotomotiv jagt hier das nächste.
Dann kommt man auf den Platz „Old
Square“. Idyllisch! Völlig autofrei, ein schöner Springbrunnen in
der Mitte, zwei Tavernen (je nach Geldbeutel) und einige andere
Geschäfte sind um den Platz angesiedelt. Hier (des Preises wegen in
der griechischeren der beiden Lokalitäten) haben wir jeden Tag einen
Toast gegessen, einen griechischen Kaffee getrunken (1,00 EUR
billiger als in der Kneipe - Paul’s Place -gegenüber) oder ein
Glas Retsina zelebriert. Ein Ort, an dem man herrlich entspannen
kann!
Über die Hauptstraße
(Hanioti-Chroussou) hinweg, führen mehrere Stichstraßen zum Strand.
Die Straßen sehen zwar alle aus wie Fußgängerzonen, werden jedoch
von den Einheimischen, die ohne Auto nicht sein können, immerzu
befahren. In diesem Bereich gibt es jede Menge Supermärkte,
Souvenirläden, Cafés und Restaurants. Wenn man alle kleinen Straßen
und Nebenstraßen durchläuft, weiß man, was man getan hat.
Jetzt in der Nachsaison hatten jedoch
schon viele Tavernen geschlossen, so dass die Auswahl nicht mehr sehr
groß war. Es gab auch nicht viele Möglichkeiten, nur eine
Kleinigkeit zu sich zu nehmen oder etwas zu trinken. Alle Lokalitäten
waren auf Gäste mit großem Hunger eingerichtet und hatten die
Tische entsprechend gedeckt.
Der Strand war jetzt in der Nachsaison
sehr wenig besucht, obwohl die Temperaturen in der ersten
Oktober-Woche noch bei 30 Grad lagen. Die Stuhl- und Schirmverleihe
hatten ihre Geschäftstätigkeiten bereits eingestellt. Doch wenn man
das nicht braucht, kann man sich sehr schöne Plätze zum Liegen
aussuchen. Besonders schön ist der Strand, wenn man die
Strandpromenade so ca. 500 m Richtung Hanioti verfolgt. Breiter,
feinsandiger bis feinkiesiger Strand, kristallklares Wasser (im
Wasser keine Steine, nur kleine Fische), relativ langsam abfallend.
Am Strand, der direkt an das
Ortszentrum von Pefkochori grenzt, gibt es eine Steinmole mit einigen
Bänken und einem Leuchtturm-Torso. Auch hier kann man schön sitzen
und das Treiben beobachten oder die gegenüberliegende Halbinsel
Sithonia erspähen.
Leider verkehrten zu dieser Jahreszeit
keine Boote mehr, die einen Ausflug nach Athos oder Sithonia anboten.
Es gab nur noch die Möglichkeit, über ein Touristikunternehmeneinen
entsprechenden Ausflug zu buchen, um die anderen Halbinseln zu
besichtigen. Wir haben darauf verzichtet, denn Kassandra hatte
eigentlich genug für 14 Tage zu bieten, wenn man auch ein wenig
relaxen wollte.
Auch die Busse, deren Abfahrtzeiten am
Hotel ausgehängt waren, fuhren nur noch selten, wir haben nur ein-
oder zweimal überhaupt einen gesehen und eine Haltestelle war schon
gar nicht auszumachen, aber das kennt man ja aus südlichen Ländern.
Also haben wir uns zu weiteren
Erkundungen zunächst zu Fuß aufgemacht. Sowohl Richtung Chroussou
als auch Richtung Hanioti gibt es schöne Wege parallel zur
Hauptstraße und zum Strand. Man kann zum großen Teil auch direkt am
Strand entlang laufen, wenn einem das nicht zu anstrengend ist.
Am Ortsende von Pefkochori Richtung
Chroussou ist ein großer Beach-Club, leider verlassen und fällt so
langsam in sich zusammen. Nur eine Lokalität ist noch in Betrieb
gewesen. Eine Menge Sitzplätze mit Blick auf das Meer und die
Kellner bringen die Getränke auch direkt an den Liegestuhl. Um die
Landspitze herum ist das Meer voller Steine und Unrat, also lohnt es
sich hier, nicht so genau hinzusehen.
Läuft man nun weiter, durchwandert man
eine Wohnstraße mit verlassenen Häusern. Wer weiß, wann, ob und
von wem die jemals alle besiedelt werden bzw. wurden. Schöne Häuser,
viele verschiedene Baustile, durchaus einladend und lebenswert, aber
jetzt eben leerstehend.
Das einzige, was einem hier begegnet,
sind eine Handvoll halb verhungerter großer Hunde, die aber sehr
freundlich gesonnen sind und sich freuen, wenn man sie einmal
streichelt, noch mehr, wenn man ihnen ein bisschen Fressen bringt.
Wie hier, wimmelt es im ganzen Ort von Hunden und Katzen, die
ausgesetzt wurden und jetzt gejagt, getreten, beworfen und getötet
werden. Nachts kommt man vor Heulkonzerten und Gebelle anfangs nicht
in den Schlaf, aber man gewöhnt sich auch daran.
Dieser Weg jedenfalls war uns zu lang,
um ihn bis zum Ende zu verfolgen (hätte weiter zu dem schönen
Naturhafen in Chroussou geführt), weshalb wir an einer Beach-Bar
(natürlich auch nicht mehr in Betrieb) einbogen und uns dort an den
Strand legten. Einsamkeit pur um diese Jahreszeit. Ab und zu
vielleicht mal eine alte Frau, die zum Angeln herkommt.
Am nächsten Tag liefen wir in Richtung
Hanioti. Auch hier wieder alles parallel zum Strand und zur
Hauptstraße entlang an kleinen Wohnhäusern und neu erstehenden
Siedlungen. Es gibt immer mal wieder Stichstraßen, die man nutzen
kann, um zum Meer zu gelangen, um sich dort ein wenig in den Sand zu
legen und auszuruhen.
In einer Dreiviertelstunde erreicht man
jedenfalls zu Fuß den Ort Hanioti. Auch hier wieder das gewohnte
Bild: 80% der Hotels, Wohnungen, Cafés sind geschlossen. In der
Fußgängerzone erwartete uns ein wenig mehr Leben. Hier waren doch
noch einige Souvenirgeschäfte und Tavernen geöffnet. Sehr schön
der große Platz, um den herum sich einige Restaurants angesiedelt
haben. Hier kann man sitzen und den Tag verstreichen lassen. Die
Preise sind allerdings auch schon sehr denen in Deutschland
angepasst, teilweise sogar höher.
Geht man bis zum Ortsende, das in die
Hauptstraße Richtung Nea Potidea einmündet, sieht man auf der
linken Seite einen Taxistand, dem gegenüber ein wunderbares
Süßwarengeschäft liegt (Café Dramis) Ca. 15 Tische stehen hier
draußen an einem sehr günstigen Platz: Sonne bis ca. 17.30 Uhr. Und
der Apple-Pie (kleine runde Apfel-Küchlein mit Streußeln) ist
unwiderstehlich! Meine Oma hätte ihn nicht besser backen können.
Dazu ein Cappuccino oder ein Frappé (kalter Kaffee) - ein Gedicht!
Allein dafür sind wir noch 3 x hierher gekommen. Die Preise auch
noch sehr akzeptabel.
Nach Tagen des Ausruhens und Wanderns
liehen wir uns schließlich einen 125er Roller (war
erstaunlicherweise im Hotel günstiger als im Ort Pefkochori, obwohl
der Rollerverleih im Nachbarort Hanioti war und wir mit einem PKW
dorthin gebracht wurden.)
Als Tourist sollte man mit Helm fahren,
obwohl es kein Grieche tut, doch die Polizei hat ein Auge auf
Touristen.
Nun ging es zunächst über den Berg
hinter unserem Hotel. Die Straße führte uns durch wunderschöne
Landschaft (in den Wäldern jede Menge Bienenkästen aufgestellt für
den guten Griechenland-Honig und Beutel an den Pinien, um dort Harz
für den Retsina zu sammeln) über eine kaum befahrene Straße nach
Paraskevi. Ein kleines Dorf, das wir nur auf dem Roller sitzend
anschauten, denn wir merkten, dass auch hier Katz und Hund sich gute
Nacht sagten.
Weiter ging es nach Loutra. Romantik
pur! Auch hier alles verlassen, aber der kleine Strand
unglaublich idyllisch. Ein paar Aussteiger scheinen sich hier ihre
Häuser auf die großen Felsen im Meer gebaut zu haben, griechische
Musik schallte aus dem einen Haus heraus und untermalte damit die
Stimmung noch mehr. Vor diesen Häusern ein sehr kleiner Strand, über
den Weg zur Kaimole hinweg dann auch ein etwas größerer. Schöner
feiner Sand. An der winzigen Strandpromenade eine Taverne, die in
sich zerfällt (aber tolles Fotomotiv), daneben eine, die nicht
besucht, aber noch geöffnet war. Cappuccino 3,50 EUR! So schön es
dort war und so versucht man war, sich dort niederzulassen, die
Preise waren eher abschreckend. Also genossen wir einfach nur die
Schönheit dieses Fleckchens, bummelt noch ein wenig am Meer entlang
und entdeckten dann noch einen kleinen Naturhafen für einige wenige
Fischerboot. Daneben eine kleine Kirche. Fotos, Fotos, Fotos!
Nach Loutra fuhren wir weiter nach Nea
Skioni. Hier hatte uns der Tourismus wieder! Viele Geschäfte (alle
geschlossen, da Mittagsruhe) und viele schöne Tavernen direkt an der
Uferpromenade, die auf hungrige Gäste zu warten schienen. Ein tolles
Fischrestaurant am Ende der Fußgängerzone auf der rechten Seite mit
einem großen Balkon über dem Meer. Wir haben die Qualität der
Speisen nicht getestet, aber das Lokal war gut besucht, was ja auch
was besagt. Auf jeden Fall eine top Lage!
Von Nea Skioni führte uns der Weg
wieder über die Berge (Hinweisschild „Hanioti“) über Hanioti
(Apple-Pie essen) nach Pefkochori.
Für den nächsten Tag hatten wir uns
vorgenommen, den von Reiseführern so viel gelobten Ort, das Bergdorf
Fourka zu besuchen.
Die Straßenkarten sind relativ
armselig, die Beschilderung an den Wegen manchmal auch nur
unzureichend, sobald man die Hauptverkehrswege verlässt. Dann findet
man, wenn man welche findet, nur Schilder in kyrillischer Schrift und
kann diese nur entschlüsseln, wenn man die griechische Bezeichnung
für den Ort schon mal vorher gesehen hat.
So fanden wir dann auch nicht den auf
der Karte eingezeichneten Weg von Kriopigi nach nach Fourka sondern
mussten die Küstenstraße entlang bis nach Kallithea fahren bis.
Dieser Ort war nicht sehr ansprechend, was wir allerdings nur vom
Durchfahren beurteilen können. Zwei riesige Hotelkomplexe lagen auf
dem Weg, die überhaupt nicht in das Landschaftsbild und die sonstige
Architektur passten.
Der kleine Ort Kriopigi gefiel uns
jedoch auf den ersten Blick ganz gut, obwohl auch er vorwiegend aus
der einen Hauptstraße zu bestehen schien, an der sich Tavernen und
Geschäfte angesiedelt hatten. Aber er machte irgendwie einen
gemütlichen und sauberen Eindruck.
Dann durchfuhren wir den Ort
Kassandria, das Geschäftszentrum der Insel. Leider haben wir auch
hier keinen Stopp eingelegt, obwohl der Ort wirklich lebenswert
erschien. Geschäfte jeder Schattierung, viele Cafés, eine schöne
Fußgängerzone - also mir gefiel die Stadt, die allerdings nicht am
Meer liegt, aber man ist doch in kürzester Zeit auf der einen oder
anderen Meerseite, sofern man motorisiert ist.
Von Kassandria aus fuhren wir dann
weiter zur westlichen Küstenseite der Halbinsel, indem wir den Ort
Siviri rechts liegen ließen, den Badeplatz Skála Foúrkas
erreichten, von dort links abbogen zu dem viel gelobten Dorf Foúrka.
Irgendwie hatte ich hier den Eindruck, in eine Kleingartenanlage
geraten zu sein. Sehr adrett, sehr sauber, aber zumindest um diese
Jahreszeit wieder einmal kein lebenswerter Ort. Wir hielten nicht
einmal an, so wenig reizvoll erschien es uns hier. Das Bergdorf
Palioúri, das wir am nächsten Tag anfuhren, erschien mir wesentlich
attraktiver, wenn auch hier für den normalen Touristen keine
Attraktivitäten wie Tavernen, Cafés, Geschäfte geboten wurden. Um
diese Jahreszeit sind die Griechen eben wieder unter sich und man
spürt förmlich, dass sie es auch bleiben wollen.
Von Fourka aus fuhren wir nach
Kassandrinó (netter Ort, einige Fotos war er wert - aber auch nur
zwei Gaststätten, die an diesem Sonntag sehr gut besucht waren - von
Griechen aus der Umgebung. Verkehrstechnisch sehr schwierig, aber mit
einem großen Parkplatz am Ortsende konnte man diesen wöchentlichen
Andrang bewältigen).
Der auf der Karte eingezeichnete Weg
von Kassandrino nach Kryopigi war zunächst landschaftlich sehr
reizvoll, wurde aber für uns Rollerfahrer am Ende zu einer
Zitterpartie, weil das letzte steil bergab führende Straßenstück
eine einzige Schotterpiste war. Wir haben es dennoch heil
überstanden. Am östlichen Küstenstreifen fuhren wir entlang bis
nach Polychrono - ein größerer Touristenort, jetzt jedoch auch
ziemlich einsam. Der Strand nicht sehr attraktiv im Ortsbereich,
etwas außerhalb schon - dort sehr ursprünglich. Im Ortsbereich
durchfließt ein schmaler Rinnsal vom Meer kommend den Strand in der
Mitte, so dass die Liegemöglichkeiten ziemlich eingeschränkt sind.
Außerdem ist die Strandpromenade sehr schlecht angelegt worden.
Sämtliche Treppen, die zum Strand hinunter führten, waren
ausgebrochen, da sie offensichtlich ohne geeignetes Fundament
angelegt worden waren. Während mein Mann sich am Strand erholte,
durchlief ich den Ort, meine Schritte hallten in den leeren Straßen
wider, so dass es mir fast unangenehm war, hier durch zu gehen. Aber
ich konnte mir vorstellen, dass es in der Saison hier recht turbulent
zugeht. Wir fanden kein Café, in dem wir eine Kleinigkeit hätten zu
uns nehmen können, so dass wir uns im Supermarkt mit einem
Schoko-Riegel den ersten Hunger stillten und reumütig nach Hanioti
zurückkehrten, um dort unseren Apfelkuchen zu genießen.
Am letzten Tag, an dem wir uns den
Motorroller geliehen hatten, fuhren wir weiter zur Südspitze der
Halbinsel. Nur einige Kilometer hinter Pefkochori trafen wir auf
einen sehr idyllischen Naturhafen bei Chroussou, in dem viel Müll
abgeladen war, aber auch einige Schiffe vor Anker lagen, vorwiegend
Fischerboote, doch auch eine mittelgroße Yacht. Auf der Mole
zwischen Meer und Hafen standen ein paar Pinien und darunter einige
Wohnmobile und einige Schrott-Autos. Hafen, Pinien, blauer Himmel,
Meer - hier gab es Fotomotive en masse. Sehr ruhig, ab und zu fuhr
ein Auto mit Touristen vor, die kurz ein paar Fotos machten und dann
wieder davon brausten. Der Strand hier war ein Gedicht, fast wie an
der Südsee (so stelle ich ihn mir da jedenfalls vor), allerdings
unglaublich viel Wespen, die nicht stechen, wenn sie sich nicht
bedroht fühlten, aber da sie überall um einen herumflogen, waren
sie ständig in Gefahr und so wurde ich dann auch einmal gestochen.
Das war zwar halb so schlimm, aber das ständige Gesumme um den
Körper, um den Kopf, ließ uns dann doch nach einer knappen Stunde
wieder aufbrechen. Schade, denn hier hätten wir uns gerne noch ein
bisschen länger aufgehalten.
Wir erreichten nun kurz darauf das Dorf
Paliouri - ein Dorf, wie man es sich vorstellt. Zum Teil sehr alte
Häuser, die von z.T. sehr alten Menschen bewohnt wurden. Aber sehr
einsam, sehr ruhig, doch schön anzusehen.
Weiter gab es nun nichts Neues mehr zu
sehen und wir fuhren den westlichen Küstenstreifen entlang bis zum
Dorf Kalandra. Steile Wege charakterisieren das Stadtbild. Der Esel
ist hier immer noch treues Transportmittel sowohl für Menschen als
auch für Waren. Ein schöner Dorfplatz mit einem Cafe - das Cafe
leider menschenleer. Ebenso das nächste Café, das ein paar
Treppenstufen unterhalb des Dorfplatzes lag. Schade - alleine dort zu
sitzen - das wollte uns auch nicht gefallen. Ein paar Schulkinder
kamen zurück aus der Schule, ein paar Alte überquerten die Straße
- ansonsten wieder ein Ort - menschenleer und im Winterschlaf. Die
Kirche ist noch ein Foto wert, ansonsten kann man dann auch schnell
wieder abfahren und zu neuen Abenteuern aufbrechen.
Durch den Ort Mendi fuhren wir auch in
der Hoffnung, uns hier noch ein wenig am Strand zu sonnen. Aber
dieser Ort ist wirklich nicht sehenswert. Zum Strand gelangt man gar
nicht, da ein Haus an das andere gebaut wurde und als dort
nicht-ansässiger Tourist oder Einheimischer hat man keine Chance auf
Meerblick.
Also auch hier wieder mit Vollgas
davon.
Noch einmal Abschied nehmen von Loutra,
dann wieder über Nea Skioni nach Hanioti und dann zum Hotel.
Abschließend: 14 Tage viel Sonne,
wenig Menschen, viel Freude! Super Urlaub! Meine
Empfehlung!
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