Ein Virus schlich sich ein – ganz heimlich und gemein.
Ernährte und vermehrte sich im Menschen Leib.
Es nahm dem Mann das Weib, dem Weib die Mutter
Und brauchte noch mehr Futter.
Man wollte retten, was zu retten war
und holte Kranke in großer Schar
in die Häuser, wo alles war,
nur Ausrüstung und Gerät waren rar.
So waren es schnell zu viele, die lagen dort in Flur und Diele.
Die Helfer der Verzweiflung nah
verfluchten bald das Virus Co-Ro-Na.
Es galt, um ihm die Vermehrung zu verwehren
Plätze, Bühnen und Schulen schnell zu leeren.
Da siechten Kultur und Bildung prompt dahin.
Sogar im Freien war es nicht erlaubt
zu sein, zu sitzen und abzulegen das Haupt.
Manch einer suchte vergebens nach dem Sinn.
Doch Regeln und Gesetze müssen sein
In diesem Land der Dichter und der Denkerlein.
Ob's Sinn macht oder nicht, der Mensch ist drauf erpicht,
will folgen treu und brav – der Vergleich liegt nah:
Ist er ein Schaf?
Jeder will den anderen retten. Doch eines möcht man wetten:
Die Rettung eigener Haut ist der Wahrheit Kern,
aber sieht sich nicht jeder als Samariter gern?
Drum gilt es daheim zu bleiben, den anderen zu halten fern.
Nicht küssen, nicht umarmen – und tät man es noch so gern.
In der Freizeit bastelt der Brave Masken zum Schutz,
Die tragen jetzt als Modeschmuck die Dagmar und der Lutz.
Zum Wohl der Gemeinschaft opfert man der Arbeit Lohn.
Da ist die Kasse leer zur Monatsmitte schon.
Die anderen schuften für die Arbeitslosen mit, bekommen Lohn und bleiben fit.
Dafür muss man danke sagen ohne eine freche Lippe noch zu wagen.
Wenn Covid dann eines Tages abdankt, sind die Menschen verzankt.
Keiner nimmt den anderen in den Arm oder reicht ihm noch die Hand.
Die Menschen haben sich geändert, geformt ein neues Land.
Ob es je wieder ein so liebenswertes wird, man wird ja sehen.
Denn Viren kommen und Viren gehen.
Das nächste verschafft sich gerade eine neue Tarnung,
denn Covid war nur eine erste Warnung.
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